Abschlussgottesdienst vor den Sommerferien
Gleich zu Beginn sorgte David an seiner Gitarre mit ruhigen und melodische Klängen für einen schönen Auftakt zum diesjährigen Abschlussgottesdienst des HöGy.
„Die Ziellinie ist fast erreicht, die Ferien zum Greifen nahe“, begrüßte Stephan Bier, der auch dieses Jahr wieder durch den Gottesdienst führte, die zahlreich erschienenen Schüler/-innen, Lehrkräfte und Gäste. Im Zentrum des Gottesdienstes stand dieses Mal die biblische Geschichte der Geschwister Maria und Marta und ihrer Begegnung mit Jesus – und damit die Frage, was Gastfreundschaft eigentlich bedeutet.
Einen ersten Höhepunkt bildete das Anspiel der Klassen 7 und 8. Gleich in drei Versionen wurde die Szene durchgespielt, in der Jesus das Geschwisterpaar besucht, Marta dann aber ständig am Bedienen ist und darüber vergisst, was jetzt vielleicht noch wichtiger wäre. Einmal wird sie gar ganz wütend und fordert Jesus auf, ihrer Schwester zu sagen, sie solle doch endlich mithelfen – doch Jesus entgegnet, dass Maria im Moment die richtige Entscheidung getroffen habe und Marta sich lieber zu ihnen setzen solle.
Die Jahrgangsstufe 1 griff das Anspiel in ihren Impulsfragen noch einmal auf und stellte den Typ Marta, „die Schafferin“, dem Typ Maria, „der Chillerin“, gegenüber.
„Packst du abends noch deine Schultasche für morgen, auch wenn es schon spät ist? Stellst du am Stundenende auch Stühle hoch, auf denen du gar nicht gesessen hast? Kannst du längere Zeit der Stille und Langeweile aushalten?“, fragten die Schülerinnen die Anwesenden und luden dazu ein, sich selbst einem Typ zuzuordnen.
Nach der Lesung der Geschichte von Maria und Marta (Lk 10,38-42) kommentierte die Oberstufe und rückte den Begriff der Gastfreundschaft noch einmal ins Zentrum. Die Schülerinnen spannten dabei einen weiten Bogen von Plato über die römischen Philosophen bis zum Alten Testament, wo Abraham an der Eiche von Mamre drei Fremden Gastfreundschaft erweist und zeigten so vor allem eines: „Gastfreundschaft ist ein Zeichen von Kultur und Humanität.“
Diesen Gedanken griff Herr Bier in seiner Predigt auf und brachte ihn nah an den Alltag der Schüler/-innen heran. Gastfreundschaft, so erklärte er, sei genau der Moment, in dem Hass und Feindschaft überwunden werden können, und Respekt zu zollen dabei entscheidend. Mit einem Augenzwinkern zitierte er Karl Valentin, „Heute Abend bin ich bei mir zu Gast“, und machte so deutlich, dass man auch sich selbst gegenüber gastfreundlich sein müsse.
Zum Abschluss richtete Herr Behrens noch ein Feriengrußwort an die Anwesenden: Nach einem anstrengenden Schuljahr hätten sich alle eine Pause verdient – und doch seien Aktivität und Ruhe gleichermaßen wichtig. Er griff dabei auch die Geschichte von Maria und Marta noch einmal auf: „Marta steht letztendlich fürs Zupacken und Gestalten, Maria mehr für das Zuhören und Dasein im Moment. Sind wir ehrlich, es braucht beides.“
In den Ferien dürfe man sich erlauben, ein Stück mehr wie Maria zu sein: zuzuhören, da zu sein, Neues auszuprobieren und sich zu erholen. So könne man im September mit neuer Kraft und Zuversicht ins nächste Schuljahr starten.
Wir danken allen Mitwirkenden für ihr Engagement. Vor allem bedanken wir uns bei Herrn Schmitt-Bohn für die musikalische Begleitung am Klavier und bei David für den schönen Anfang und das schöne Ende mit der Gitarre.
Artikel: Re
Fotos: Re